Masterarbeit

Tag 17 – Reise ins Outback

Auf Eselreiten und Ziegenkopfessen vorgewarnt.

Reisetagebuch Namibia Uni-Projekt
Tag 17 – Reise ins Outback

Tag 17 - Reise ins Outback

Quelle: refizul.de

Los ging's Freitag morgen. Um 8 Uhr aufgestanden, naja wir hatten beide keine Lust aber wir mussten ja, so richtig koennen wir uns nicht drauf freuen irgendwie konnte uns auch keiner sagen was uns so erwarten wuerde... (Auf Eselreiten und Ziegenkopfessen wurden wir ja bereits vorgewarnt)

Direkt anfangen mit Sachen packen und ach ja, stimmt, es musste fuer den Test im Dorf noch eben schnell das ein oder andere programmiert und ausprobiert werden.

Um 10 Uhr sollten wir abgeholt werden. Wir waren um 10 Uhr noch nicht ganz fertig also stoerte es uns nicht das Gereon nicht puenktlich da war. Es wurde 10:30 Uhr alles war fertig und wir waren am warten. Keiner kam. 12 Uhr... wir haben Gereon versucht per Handy zu erreichen (SMS + Telefon)... keine Antwort. Na gut wer nicht will, so wild waren wir auch nicht drauf ins Dorf zu fahren.

Da Alex mal wieder Lust hatte etwas zu essen und wir schon eine Stunde in der Sonne gelegen hatten gingen wir beide zum Laden uns Wuerstchen im Schlafrock zu kaufen (gibt es hier auch als 1,8kg Paket). Sascha meinte 1,8kg sind zu viel... ok... also haben wir nur die 450g gekauft.

Auf dem Rueckweg vom Laden kam dann die lang ersehnte SMS von Gereon. Er waere jetzt aufm Weg zu uns, es haette Probleme mit dem Auto gegeben. Naja jetzt... ...also er schrieb "NOW"... und was das heisst wissen wir ja alle schon.

Aber wir konnten es kaum glauben. Rund 20 Minuten spaeter war er echt da! Er stellte uns dann noch fix unseren Begleiter vor, einen alten Freund aus seinem Dorf. Schnell alles eingeraeumt, und ab ging die Fahrt, auf der Gereon uns noch einmal darauf hinwies, was es in Afrika bedeutet, wenn man sagt 10 Uhr... ...das ist dann 10 Uhr plus ein paar Stunden.

Anschliessend haben wir dann noch eben fuers Wochenende essen gekauft. 12 Liter Cola (Schwarzes Gold), 5kg Nudeln, 12 Brote, viel Fleisch, 2x Deutsche Salami und diversen Kleinkram, ca. 50 Euro naja guenstig ist das Leben hier auch nicht so ganz. Also alles in den Toyota Kleinbus mit dem wir unterwegs waren. Alles wurde vom Shop-Personal in kleine Tueten gepackt, welche am Bus zugeknotet wurden. Warum wussten wir da noch nicht, aber naja, wir machen halt immer alles mit.

Die Fahrt begann anfaenglich noch mit geteerten Strassen, vorbei an dem Flughafen, an dem wir angekommen sind. (Ein wenig Heimweh in dem Moment... man wollte doch glattweg sagen "Hier abbiegen bitte" *lach*). Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt mit 120 KM/h durch die doch ein wenig eintoenige Landschaft Namibias (Strauchwerk an den Ecken, viel mehr sieht man nicht) kamen wir dann an eine Kreuzung an der wir dann abgebogen sind. Die geteerte Strasse hoerte hier dann auch auf... an der Strassenbreite und der Geschwindigkeit unseres Hochgeschwindigkeitscontainers aenderte sich jedoch nichts. (In DE undenkbar bei den Strassenverhaeltnissen)

[Bild: Busch und Strauchwerk...]

Vorbei an unzaehligen Termitenhuegeln (teilweise Baumhoch) und Springboecken, welche uns die Strasse versperrten kamen wir dann an eine kleine Tankstelle, welche um die Uhrzeit eigentlich schon zu hatte. Aber wie ist das halt in Afrika... X + ein paar Stunden, so handhabt man das anscheinend ausserhalb Windhoeks mit den Oeffnungszeiten. Es wurde nur ein bisschen nachgetankt, so dass wir der Meinung waren wir waeren nun fast da.

[Bild: Schnellstrasse ;)]

Wieder auf die Strecke weiter ueber diese Sandpiste... Der Staub, welcher von vorausfahrenden Fahrzeugen (es waren immerhin 2 an der Zahl - auf der ganzen Strecke) aufgewirbelt wurde setzte sich ueberall drauf fest, wie Schmiere teilweise. Das war also der Grund fuers Zuknoten der Tueten.

Bei unserer Schaetzung hatten wir uns vertan, keine 20 KM weiter fuhren wir an eine "richtige" Tankstelle, die in dem Ort der einzige Treffpunkt zu sein schien. Hier wurden Leute auf durchfahrende Pickups geladen (kein OEPNV in Namibia), es gab den einzigen Supermarkt und die einzige Klinik der Gegend lag auch direkt an der Tankstelle. Das dort nochmal richtig vollgetankt wurde machte uns beiden etwas Sorgen, in Anbetracht der fortgeschrittenen Tageszeit.

[Bild: Gas Station]

[Bild: Supermarket]

Die Strasse in die wir dann abgebogen sind war geringfuegig kleiner als die "Schnellstrasse" auf der wir uns vorher bewegt hatten. Das Kuehe, Ziegen oder sonstiges Getier auf der Strasse steht scheint hier keinen zu stoeren. Man faehrt einfach mit 120 KM/h drauf zu, hupt wenn noetig, die Viecher werden schon verschwinden.

[Bild: Sunset]

Nach 2 Vollbremsungen, weil ein Tier nicht von der Strasse wich und man doch etwas warten musste bis sich das Vieh bewegt hat sind wir dann in eine kleine Seitengasse (kaum erkennbar, Feldweggleich, keinerlei Strassenbezeichnung) eingebogen. Auf der nun richtig tiefen Sandstrasse (auf der unser Kleinbus merklich Schwierigkeiten hatte voranzukommen) ging es nun nochmal ca. 5 Kilometer quer durch den Busch. Busch ist das richtige Wort... denn mehr als Buesche und Straeucher sah man nicht. Ab und an blitzten im Scheinwerferlicht mal wieder Kuehe und Maultiere auf, welche einem den Weg versperrten und viele Flaschen am Wegesrand zeugten davon, dass hier doch ab und an mal jemand herging.

Wir machten Halt an einem Gatter, ein weiteres Gatter oeffnete dann den Weg zu unserer Uebernachtungsstelle. "This is my house". Schock... Wellblechhuette... okay, wir haben uns dann fuer die Nacht fertig gemacht. Eben das Noetigste aus dem Wagen geraeumt, ein Zimmerchen ausgesucht... Licht gab es nur aus 2 Paraffinlampen, denn Strom und fliessend Wasser gab es nicht.