Die Big Five in Namibia – Wo man sie findet
Namibia ist ein Land der unvergleichlichen Kontraste und ein absolutes Traumziel fuer Wildtierbeobachtungen. Die weiten, offenen Landschaften und die relativ geringe Bevoelkerungsdichte bieten den idealen Lebensraum fuer eine reiche und vielfaeltige Fauna. Viele Safari-Reisende kommen mit einem grossen Ziel nach Afrika: Sie moechten die beruehmten "Big Five" sehen – den Elefanten, den Loewen, den Leoparden, das Nashorn und den Bueffel. Waehrend der Etosha-Nationalpark das unangefochtene Safari-Epizentrum Namibias ist, gibt es bei der Suche nach den Big Five eine geografische Besonderheit im Land. Hier erfaehrst du im Detail, wo du jedes dieser faszinierenden Tiere in Namibia am besten aufspueren kannst.
Elefant
Der afrikanische Elefant ist in Namibia weit verbreitet und gehoert zu den absoluten Highlights jeder Safari. Im Etosha-Nationalpark kannst du diese sanften Riesen besonders gut beobachten. Das Wasserloch Olifantsbad (Elefantenbad) im zentralen Teil des Parks macht seinem Namen alle Ehre und wird von grossen Herden geliebt. Ein weiteres Highlight ist das Wasserloch Nebrownii, wo riesige Herden oft fuer spektakulaere Fotomotive sorgen, wenn die Tiere im Gedraenge um das Wasser auch mal aneinandergeraten. Wenn du ausserhalb von Etosha unterwegs bist, ist die wasserreiche Caprivi-Region (Sambesi-Region) im Nordosten ein Paradies fuer Elefanten. Besonders am Horseshoe, einem hufeisenfoermigen Gewaesser, kannst du herrliche Sichtungen badender Elefanten machen. Eine absolute namibische Besonderheit sind zudem die seltenen Wuestenelefanten, die sich extrem an die trockenen Bedingungen der Namib-Wueste und des Damaralands angepasst haben und gelernt haben, unterirdische Wasseradern aufzuspueren.
Loewe
Der Loewe, der unangefochtene Koenig der Tiere, steht bei den meisten Besuchern ganz oben auf der Wunschliste. Etosha bietet fantastische Moeglichkeiten, Loewenrudel in freier Wildbahn zu erleben. Einer der bekanntesten Orte fuer Loewensichtungen ist Okondeka, eine natuerliche Quelle am westlichen Rand der gewaltigen Etosha-Pfanne. Dieses Wasserloch ist beruehmt dafuer, dass Loewen hier oft ueber die weiten Ebenen streifen und erfolgreich jagen. Auch an den Wasserloechern Chudop und Klein Namutoni im oestlichen Sektor des Parks werden regelmaessig Loewen gesichtet, die auf Beute lauern. Abseits der grossen Nationalparks gibt es in der rauen Kunene-Region zudem die beruehmten, freilebenden Wuestenloewen, die sich an die extremen Bedingungen ausserhalb der Schutzgebiete angepasst haben.
Leopard
Der Leopard ist der heimliche Jaeger unter den Big Five und am schwersten zu entdecken, da er sehr scheu und oft gut getarnt in dichtem Buschwerk oder auf Baeumen unterwegs ist. Im Etosha-Nationalpark haeltst du am besten in den Gebieten mit etwas mehr Vegetation und felsigem Gelaende Ausschau nach ihnen. Das natuerliche Quellen-Biotop Goas in der Naehe des Halali-Camps gilt als Hotspot fuer Leoparden, die sich hier gerne in den Baeumen ausruhen. Auch an Wasserstellen wie Kalkheuwel oder auf dem Weg im oestlichen Parkteil hast du gute Chancen. Doch auch ausserhalb Etoshas kann man fuendig werden: So berichten Reisende von unvergesslichen Leoparden-Sichtungen im felsigen Terrain der Spitzkoppe oder auf Aesten in der ueppigen Vegetation des Caprivi-Streifens.
Nashorn
Namibia spielt eine weltweit entscheidende Rolle beim Schutz der Nashoerner. Das Land und speziell der Etosha-Nationalpark beheimaten die groesste Population des vom Aussterben stark bedrohten Spitzmaulnashorns (Black Rhino). Da Spitzmaulnashoerner primär solitaer leben und nachtaktiv sind, bietet Etosha eine absolute Weltklasse-Gelegenheit: Das nachts beleuchtete Wasserloch des Okaukuejo-Camps ist geradezu legendaer fuer Nashorn-Sichtungen aus naechster Naehe in der Dunkelheit. Wer am Tag nach Nashoernern sucht, hat im ruhigeren, westlichen Teil von Etosha am Wasserloch Renostervlei exzellente Chancen. Im Gegensatz dazu bevorzugen die Breitmaulnashoerner (Grasfresser) offenere Ebenen; beide Arten treffen sich daher selten, da sie unterschiedliche Terrains und Trinkzeiten bevorzugen.
Bueffel
Der afrikanische Kaffernbueffel ist der einzige Vertreter der Big Five, den du im Etosha-Nationalpark nicht finden wirst. Das liegt daran, dass Etosha fuer den wasserliebenden Bueffel viel zu trocken ist und keine permanenten Flusssysteme aufweist. Zudem werden Bueffel aufgrund der Maul- und Klauenseuche strikt noerdlich des sogenannten Veterinärzauns (Rote Linie) gehalten, um eine Ansteckung der landwirtschaftlichen Nutztiere im Rest des Landes zu verhindern. Wenn du in Namibia den Big Five-Status komplettieren moechtest, musst du in den aeussersten Nordosten reisen: Der Caprivi-Streifen (heute Sambesi-Region) mit seinen wasserreichen Fluessen wie dem Okavango, Kwando und Sambesi ist der perfekte – und einzige – Ort in Namibia, um grosse Bueffelherden in freier Wildbahn zu beobachten.
Fazit
Namibia ist ohne Zweifel ein Weltklasse-Ziel fuer Safaris, erfordert jedoch ein wenig Reisebereitschaft, wenn du wirklich alle Big Five sehen moechtest. Der Etosha-Nationalpark bietet dir fantastische Sichtungen der "Big Four" – Elefant, Loewe, Leopard und das stark bedrohte Nashorn. Um jedoch das volle Spektrum abzudecken und den Kaffernbueffel von der Liste zu streichen, solltest du deine Route in die tropischere Caprivi-Region ausdehnen. Wer mit Geduld, Respekt vor der Natur und offenen Augen durch Namibia reist, wird mit unvergesslichen Wildtierbegegnungen belohnt, die weit ueber das Abhaken einer Liste hinausgehen.