Safari Reisen

Nachtaktive Tiere – Safari nach Sonnenuntergang

Eine völlig neue Welt nach Sonnenuntergang.

Safari Namibia Tierwelt
Nachtaktive Tiere – Safari nach Sonnenuntergang
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Nachtaktive Tiere – Safari nach Sonnenuntergang

Wenn die gleissende afrikanische Sonne am Horizont verschwindet und die Temperaturen sinken, erwacht in Namibias Nationalparks eine voellig neue Welt. Die Savanne und die Wuestenlandschaften veraendern ihr Gesicht, und die Protagonisten des Tages ueberlassen die Buehne den faszinierenden Kreaturen der Nacht. Eine Safari nach Sonnenuntergang bietet die exklusive Gelegenheit, seltene und extrem scheue Tiere zu beobachten, die man tagsueber fast nie zu Gesicht bekommt, da sie oft der extremen Hitze ausweichen.

Die Stars der Nacht: Von Nashoernern bis zu Springhasen

Spitzmaulnashoerner

Das stark bedrohte Spitzmaulnashorn (Black Rhino) ist primaer solitaer und nachtaktiv. Waehrend Breitmaulnashoerner oft tagsueber auf offenen Flaechen grasen, verstecken sich die Spitzmaulnashoerner meist im dichten Buschwerk und ziehen erst nach Einbruch der Dunkelheit zum Trinken an die Wasserstellen. Der Etosha-Nationalpark ist das weltweit wichtigste Schutzgebiet fuer diese Tiere.

Raubkatzen und Hyaenen

Die Nacht ist die Zeit der Jaeger. Der Leopard, ein absoluter Meister der Tarnung, verlaesst die dichten Baumkronen und geht im Schutz der Dunkelheit auf die Pirsch. Auch andere nachtaktive Raeuber und Aasfresser wie die Fleckenhyaene, die seltene Braune Hyaene und der Erdwolf werden nun aktiv. Zudem lassen sich kleinere, aeusserst scheue Raubtiere wie die Kleinfleck-Ginsterkatze, die Zibetkatze oder der Wuestenluchs (Caracal) meist nur im Lichtkegel der abendlichen Scheinwerfer blicken.

Honigdachs und Stachelschwein

Zwei der charakteristischsten und skurrilsten nachtaktiven Bewohner sind der Honigdachs und das Stachelschwein. Der Honigdachs ist fuer seine unglaubliche Furchtlosigkeit und Zaehigkeit bekannt und durchstreift die Nacht stetig auf der Suche nach Beute. Das Stachelschwein, das groesste Nagetier des Kontinents, raschelt mit seinen markanten schwarz-weissen Stacheln lautstark durch das Unterholz und ist ein regelmaessiger, wenn auch flinker Gast auf Nachtsafaris.

Erdferkel, Springhasen und nachtaktive Voegel

Wer mit einem scharfen Blick in die Dunkelheit schaut, kann die bizarren Springhasen entdecken, die wie kleine Kaengurus durch das hohe Savannengras huepfen. Auch das extrem schwer aufzuspuerende Erdferkel (Aardvark), das in weiten Teilen des suedlichen Afrikas beheimatet ist, graebt nachts im Verborgenen nach Termiten. In den Baumkronen turnen zudem gelegentlich nachtaktive Primaten wie die Bushbabys (Galagos) umher, deren riesige Augen das Licht der Taschenlampen hell reflektieren. Am Himmel und auf den Aesten uebernehmen Eulenarten (wie die Fischeule in wasserreichen Gebieten) die lautlose Jagd auf Insekten und kleine Saeugetiere.

Wo sind Nachtsafaris in Namibia moeglich?

Da die Tore der Nationalparks (wie dem Etosha-Nationalpark) streng zum Sonnenuntergang schliessen, ist es Besuchern verboten, nach Einbruch der Dunkelheit auf eigene Faust umherzufahren. Wer die nachtaktive Tierwelt erleben moechte, hat jedoch folgende hervorragende Moeglichkeiten:

Gefuehrte Nacht-Safaris der NWR-Camps

Offizielle gefuehrte Nachtfahrten im Etosha-Nationalpark werden exklusiv von den staatlichen Namibia Wildlife Resorts (NWR) angeboten. Gaeste, die in den Camps innerhalb des Parks uebernachten (wie Okaukuejo, Halali oder Namutoni), koennen an diesen Touren teilnehmen. Die Kosten liegen bei etwa 750 NAD pro Person. Mit speziellen Suchscheinwerfern tasten erfahrene Ranger die Umgebung ab und entdecken reflektierende Augenpaare im Dunkeln. Auch private Lodges ausserhalb der Nationalparks, die ueber eigene Wildreservate verfuegen (wie das Onguma oder Ongava Reserve), bieten auf ihrem Privatgelaende exzellente gefuehrte Game Drives bei Nacht an.

Die beleuchteten Wasserlocher im Etosha

Wer nicht in einen Jeep steigen moechte, profitiert massiv von den NWR-Camps in Etosha. Diese verfuegen ueber nachts mit speziellen Flutlichtern beleuchtete Wasserlocher, die wie ein Magnet auf durstige Tiere wirken. Das Wasserloch von Okaukuejo ist geradezu legendaer fuer seine geradezu garantierten naechtlichen Nashorn- und Elefanten-Sichtungen. Auch am Wasserloch Moringa beim Camp Halali lassen sich Leoparden, Hyaenen und Nashoerner bequem und sicher von einer Bank hinter der Umzaeunung aus beobachten.

Tipps fuer die perfekte Nachtsafari

  • Warme Kleidung ist absolute Pflicht: Sobald die Sonne untergeht, koennen die Temperaturen in der Wueste und Savanne drastisch fallen. Besonders in den namibischen Wintermonaten wird es im offenen Safari-Fahrzeug schnell eisig kalt. Zwiebellook, Muetzen und dicke, winddichte Jacken sind unerlässlich.
  • Kamera-Ausruestung und Licht: Nachtfotografie ist sehr anspruchsvoll. Blitze stoeren und blenden die Tiere massiv und sind oft strengstens verboten. Ein lichtstarkes Objektiv, ein Stativ und eine Kamera mit guter Hochempfindlichkeit sind ein Muss.
  • Rechtzeitig buchen: Da die gefuehrten Nachtfahrten der NWR-Camps sehr beliebt sind und abends nur begrenzte Plaetze zur Verfuegung stehen, solltest du sie bereits nachmittags oder bei der Ankunft an der Rezeption reservieren.
  • Vorsicht bei Dunkelheit: Wenn du nachts in deinem Camp unterwegs bist, trage immer feste Schuhe und nutze eine Stirnlampe, um nicht auf nachtaktive Schlangen oder Skorpione zu treten, die die Waerme des Bodens suchen.

Fazit

Eine Safari nach Sonnenuntergang ist die perfekte Ergaenzung zu den klassischen Pirschfahrten am Tag. Die afrikanische Nacht bietet eine ganz eigene, mystische Geraeuschkulisse, von fernen Loewenrufen bis zum knisternden Unterholz, und bringt eine voellig neue, faszinierende Vielfalt an Tieren zum Vorschein. Ob bei einer kuehlen Fahrt durch den pechschwarzen Busch oder mit einem warmen Getraenk am sicher umzaeunten, spektakulaer beleuchteten Wasserloch von Okaukuejo – wer sich in Namibia die Naechte um die Ohren schlaegt, wird mit intensiven, unvergesslichen Tierbeobachtungen belohnt.